Schlafapnoe, die unbekannte Volkskrankheit
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Auswirkungen Herzerkrankungen

Der Herzmuskel ist bei Schlafapnoikern auch nachts ständig gefordert, die Atmung wieder herzustellen. Dadurch erhöht sich der Blutdruck und das Herz kann sich nicht richtig erholen.

Daher gehen viele Herzkrankheiten auf das Konto der Schlafapnoe (siehe dazu dem Menüpunkt: Begleiterkrankungen Herz).

Zusammenhänge von Schlafapnoe und Herzerkrankungen

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen haben erneut gezeigt, dass die für die Schlafapnoe charakteristischen nächtlichen Atemaussetzer (Apnoen) mit dem jeweils damit verbundenem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut ein stark schädigender Faktor für das Herzkreislaufsystem sind. Die Termi- nierung der Apnoe mit einer Weckreaktion verursacht einen erhöhten Sympathikostonus (Überwiegen der "Streßhormone", wie z.B. Adrenalin) mit Anstieg der Serumspiegel für Adrenalin und Noadrenalin mit Blutdruckerhöhung und Steigerung der Herzfrequenz. Der mit jeder Apnoe einhergehende wiederholte Sauerstoffabfall führt zu einer Schädigung im Wandbereich der keinen Blutgefäße mit Entwicklung einer Atherosklerose.

Die Fakte sind:

Wichtige ernst zu nehmende Herzkreislauferkrankungen sind zu einem hohen Prozentsatz mit einer Schlafapnoe assoziiert:

** Bei Herzinsuffizienz (Leistungsminderung des Herzens) liegt in      ca. 60% eine Schlafapnoe vor.

** Bei ca. 30 bis 40% der Patienten      mit Koronarer Herzerkrankung ist      eine Schlafapnoe nachweisbar.

** Herzrhythmusstörungen (ganz besonders Vorhofflimmern) gehen in ca. 30% der Fälle mit einer Schlafapnoe einher.

** Bluthochdruck:  bei ca. 30% der Betroffenen besteht eine Schlafapnoe. Eine besondere Bedeutung haben der schwer einstellbare Hochdruck (wenn mehrere blutdrucksenkende Medikamente notwendig werden) und die fehlende Nachtabsenkung bei der Langzeit-Blutdruckmessung; hier ist sogar in ca. 60 bis 80% der Fälle eine Schlafapnoe vorhanden.

    Diese Zusammenhänge sind vor allem deswegen von Bedeutung, weil diese Erkrankungen ohne Beachtung der Schlafapnoe nicht befriedigend behandelt werden können. So ist bei entsprechender Diagnose und Therapie einer Schlafapnoe z.B. bei bestimmten Herzrhythmusstörungen eine Schrittmacher-Implantation nicht erforderlich.

    Quelle: www.idoc.de/idoc-test/main.php?page=herzerkrankungen

Mögliche Auswirkungen der Schlafapnoe

40 - 70 % - Diabetes - Allein dieser Anteil der schwer einstellbaren Diabetes Typ 2 sind Schlafapnoiker.

30% - Bluthochdruck - Ca. 30% der Betroffenen leiden an Schlafapnoe

60% - Schlaganfall - Dieser ist bei 60% Ursache einer Schlafapnoe

30 - 70% - Herzerkrankungen - Bei rund 70% der Patienten mit Herzschwäche und bei ca. 30-40% derer mit koronarer Herz- erkrankung und Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkt ist eine Schlafapnoe nachweisbar.

50% - Tagesmüdigkeit - Sie wird zu 50% durch eine unbehandelte Schlafapnoe hervorgerufen und ist eine häufige Ursache von schweren (Verkehrs-) Unfällen.

----------------Statistik von der der SHG Sonneberg-----------------------

Mögliche Folgeerkrankungen durch Schlafapnoe

"Geldrollen" - Zusammenballung von roten Blutkörperchen

Eine der Folgeerscheinungen der Schlafapnoe kann eine krankhafte Vermehrung der Erythrozytenzahl im Blut, die Polyglobulie, sein. Die roten Blutkörperchen können dann im weiteren Verlauf zu sog. Geldrollen zusammen kleben (s. Abb. 1). Die Geldrollen bewirken eine Strömungsbehinderung des Blutes und können zu Gefäßverstopfung führen. Damit stellen sie ein erhebliches Risiko dar, nämlich: Die roten Blutkörperchen in Form von "Geldrollen" können den Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen Es besteht die Gefahr des Herzinfarktes oder Hirnschlags. Es kann eine Azidose (Übersäuerung des Gewebes, der Muskeln und des Blutes) auftreten. Ein übersäuerter Muskel kann nur noch wenig Leistung bringen, was in vollem Umfang auch auf den Herzmuskel zutrifft. Die "Geldrollen" kann man einfach und schnell durch eine Blutuntersuchung nach der Dunkelfeld-Methode feststellen. Abb.1 der "Geldrollen" wurde vor der Behandlung erstellt.

Quelle: www.schlafapnoe.org/Schlafapnoe/folgeerkrankg.php

Herzinsuffizienz und zentrale Schlafapnoe – häufiges Problem

Herz und Schlaf: eng miteinander verzahnt – 02/2008 von Marion Zerbst
Zum Glück öffnen sich die Kardiologen immer mehr der Erkenntnis, dass schlafbezogene Atmungsstörungen und Herzerkrankungen eng miteinander zusammenhängen. Bereits seit längerem ist durch große Studien erwiesen, dass eine unbehandelte obstruktive Schlafapnoe (OSA) die Entstehung von Bluthochdruck und Arteriosklerose begünstigt und somit das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht. Seit einiger Zeit weiß man auch, dass die OSA die Entwicklung von Herzrhythmusstörungen und einer Herzinsuffizienz begünstigt: Denn das Herz muss gegen den bei den nächtlichen Atemstillständen entstehenden enormen Unterdruck im Brustraum anpumpen und wird dadurch ständig belastet. Zusätzlich kommt es jede Nacht zu Sauerstoffmangelzuständen, vielen Stress- und Aufwachreaktionen sowie zu gestörtem Schlaf. Durch eine adäquate CPAP-Therapie kann man all diesen Herz-Kreislauf-Problemen vorbeugen und sie oft auch wieder bessern, sollte die Schlafapnoe bereits zu Schäden am Herz-Kreislauf-System geführt haben. Eine Herzinsuffizienz geht häufig mit einer spezifischen Form der zentralen Schlafapnoe einher: der Cheyne-Stokes-Atmung, benannt nach ihren beiden Entdeckern, den Ärzten John Cheyne und William Stokes. Dabei handelt es sich um ein periodisches An- und Abschwellen der Atemtiefe und Atemfrequenz (Häufigkeit der Atemzüge). Die Atemzüge werden nach und nach immer flacher, bis es schließlich zu einer Atempause (Apnoe) kommt. Dann setzt die Atmung wieder ein, und Atemfrequenz und Atemtiefe nehmen allmählich zu, bis eine kurze Weckreaktion (Arousal) eintritt. Anschließend geht das Ganze wieder von vorne los. Ursache dieses Problems ist eine Regulationsstörung des Atemzentrums im Gehirn, die nicht nur bei Herzinsuffizienz, sondern auch nach einem Schlaganfall häufig auftreten kann. Im Gegensatz zum typischen obstruktiven Schlafapnoiker „sägen“ Cheyne-Stokes-Patienten nachts keine Bäume ab; deshalb wird dieses krankhafte Atemmuster nicht so leicht entdeckt. Auch ihre Tagesmüdigkeit ist weniger ausgeprägt als bei OSA und fällt weniger auf, weil Herzinsuffizienz-Patienten ohnehin in ihrer Leistungs-fähigkeit eingeschränkt sind und ihren Mittagsschlaf brauchen. Im Rahmen einer Polygrafie (ambulante Atmungsaufzeichnung) kann man die Cheyne-Stokes-Atmung jedoch entdecken.   

Quelle: www.dasschlafmagazin.de/wegezumgesunden-schlaf/archiv/ausgewaehlte-artikel/herzinsuffizienz-und-zentrale-schlafapnoe.html (Auszug)