Schlafapnoe, die unbekannte Volkskrankheit
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Das nCPAP-Gerät - Atemgerät   

Vorab: Die CPAP-Geräte gelten in der Medizin als der „Goldene Standard“, weil sie zwar je nach Schweregrad der Obstruktion über den einstellbaren Druck die Apnoen / Hypapnoen verhindern; jedoch nicht deren Ursache bekämpfen. Man muss also die Geräte lebenslang tragen und es haben sich schon diverse Nebenwirkungen gezeigt bzw. vertragen viel Menschen den Überdruck nicht. Wichtig! Vor der Anschaffung eines CPAP-Gerätes sollte man übers Schlaflabor und deren Händler erstmal ein Gerät für 3 bis 4 Monaten testen (mieten) und dann kaufen! Fragen: Haben Sie die Atemtherapie als angenehm empfunden und haben Sie zuletzt die Maske die ganze Nacht über auf gehabt? Manchmal kann auch die Umstellung auf ein BiLevel-Gerät (BiPAP) helfen, meist ab einem Druck ab 12 mBar.

Wie in der Abkürzung bereits erklärt, handelt es sich hier um [nasale] mit kontinuierlichem [Continuous] positivem [Positive], also Atemwegs - Überdruck [Airway-Pressure] arbeitende Therapiegeräte, die einen kontinuierlichen und konstanten Therapiedruck bei Ein- (Inspiration) und Ausatmung (Exspiration) liefern, der nasal (also über die Nase durch die Atemmaske) eingeleitet wird.
Dies macht auch gleich auf den wichtigen Parameter des Therapiedruckes aufmerksam, d.h. auf die Notwendigkeit seiner Druckkonstanz.

Wie bereits geschildert, arbeiten CPAP-Geräte mit einem kontinuierlichen und konstanten Therapiedruck, der bei Ein- und Ausatmung immer gleich ist. Wurden zu Beginn der Entwicklung ungeregelte Geräte eingesetzt, gibt es jetzt nur noch druck-geregelte(druck-stabilisierte) Geräte, da man erkannt hat, dass druckgeregelte Therapiegeräte eine 0,5 bis 1,0 hPa geringere Einstellung zur Erreichung des gleichen Therapieerfolges ermöglichen.

Da der menschliche Körper nicht für starke Druckwechsel bzw. Überdruck ausgelegt ist (man denke an Taucher, Höhenkrankheit bei Bergsteigern usw.), sollte der Therapiedruck stets nur so hoch wie(therapeutisch) erforderlich sein, aber so niedrig wie möglich gehalten werden, um den Betroffenen zu schonen und Nebenwirkungen zu minimieren. Es gilt also zwischen therapeutischer Notwendigkeit und schonender (Dauer-) Behandlung einen Kompromiss bezüglich des Therapiedruckes zu finden. Dies obliegt dem Arzt im Schlaflabor über die entsprechende Einstellung.

 Das Therapiegerät muss also eine ausreichend hohe Konstanz des Therapiedruckes gewährleisten, dies unter der Bedingung des Ein- und Ausatmen des Betroffenen, die dieser Konstanz natürlich entgegenstehen. Die Druckkonstanz ist deshalb ein äußerst wichtiger Parameter, da hohe Konstanz des Druckes ermöglicht, die erforderliche Therapiedruckhöhe an der untersten, therapeutisch möglichen Grenze zu halten. Dies ergibt geringere Nebenwirkungen und Belastungen des Betroffenen.

Man muss hier z.B. nur bedenken, das ja auch ständig gegen den Therapiedruck vom Betroffen ausgeatmet werden muss, also erhöhte Atemarbeit geleistet werden muss, die die Lunge, Herz und Kreislauf usw. belastet. Hier spielen u.a. noch weitere Probleme eine Rolle, wie die ausreichende Durchspülung der Lunge mit frischer Atemluft, also die CO-Auswaschung usw. Hier soll auf diese medizinischen Probleme nicht weiter eingegangen werden, da es sich vorwiegend um technische Betrachtungen handelt.

Diese Probleme grenzen jedoch den sinnvollen therapeutischen Einsatz von CPAP-Geräten bezüglich der Druckhöhe ein, da es natürlich für den Betroffenen bei größerer Druckhöhe immer schwerer wird, gegen diesen Druck ausreichend auszuatmen, da wie bereits ausgeführt die Lunge, Herz und Kreislauf vermehrt Atemarbeit leisten müssen.
Die gelingt dem Betroffenen mit der Zeit immer ungenügender, zumal ggf. bereits eine Schädigung des Atmungsapparates vorliegen kann, da die Erkrankung an Schlafapnoe eventuell spät entdeckt wurde und möglicherweise noch andere gesundheitliche Belastungen vorliegen. Entsprechend den Erfahrungen in der Praxis sollten CPAP-Therapiegeräte - also Geräte mit gleichem Druckniveau bei Ein- und Ausatmung nur bis ca. 10 hPa Druckhöhe eingesetzt werden. Höhere Therapiedrücke  erfordern  den Einsatz von BiLevel-Geräten. Aber auch hier gibt es medizinisch begründete Ausnahmen oder Abweichungen. Hierüber wird Sie Ihr Arzt ausführlich beraten können.



Diagramm:  Druckdarstellung an einem druckgeregelten nCPAP-Gerät - Quelle: HOFFRICHTER GmbH

Im obigen Diagramm sehen Sie den Druckverlauf bei einem druckgeregelten nCPAP -Therapiegerät (eingestellt auf 8,0 hPa Nenndruck). Jeweils bei Inspiration (Einatmung) fällt der Druck, bei Exspiration (Ausatmung) steigt der Druck je nach Qualität des Regelverhaltens. Idealerweise sollte der Solldruck der Therapie bei Ein- und Ausatmung nicht beeinflusst werden, also konstant bleiben. Bessere Druckkonstanz kann also wie oben beschrieben, zu einem niedrigeren Solldruck der Therapie führen. Gute Therapiegeräte haben hier eine geringe Druckänderung, die auch vom Atemvolumen, d.h. der Menge der benötigten Atemluft, nur gering beeinflusst wird. Beachten Sie bitte, dass bei den CPAP-Geräten der Solldruck bei Inspiration und Exspiration grundsätzlich gleich ist. Es muss also bei der Ausatmung gegen den eingestellten Therapiedruck eine höhere Atemarbeit geleistet werden. Dies ist ein wesentlicher Nachteil der normalen CPAP-Geräte, besonders bei höheren Drücken - wie oben beschrieben. Aus dieser Erkenntnis erfolgte die Entwicklung von BiLevel-Geräten, die diesen Nachteil vermeiden.  

Diese Verhältnisse sind zum besseren Verständnis stark vereinfacht und schematisiert dargestellt.