Schlafapnoe, die unbekannte Volkskrankheit
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C-Flex-Modus

Dieser erste Flex-Modus von Philips-Respironics wurde von den Patienten freudig angenommen. Inzwischen findet sich dieser Komfortmodus in unterschiedlicher Bezeichnung und leicht modifizierter Form auch in anderen Geräten. RESMED nennt ihn EPR, Weinmann nennt ihn softPAP. Das Prinzip ist nahezu gleich und wird in Diagramm 2 gezeigt. Am Beginn der Einatmung wird der Therapiedruck flowgesteuert abgesenkt. Die Stärke der Absenkung ist in mehreren, meist drei, Stufen individuell wählbar. Die Flowabhängigkeit der Druckabsenkung schwindet jedoch und ist schon vor dem Ende der Ausatmung gar nicht mehr vorhanden. Dann herrscht nur noch der Therapiedruck. Der Zweck besteht darin, den Start der Ausatmung zu erleichtern. 

 


Diagramm 2: C-Flex Modus von Philips-Respironics; die flow-basierte Druckabsen-kung kann in drei Stufen -siehe Farben gewählt werden - 

Quelle: PHILIPS RESPIRONICS

Bi-Flex-Modus

Dieser ebenfalls von Philips-Respironics entwickelte Komfortmodus findet im Bi-Level-Gerät seine Anwendung. Wie Diagramm 3 zeigt, wird durch Bi-Flex sowohl der harte Druckanstieg als auch der plötzliche Druckabfall durch Abrundungen und Abschrägungen der Flanken zwischen IPAP und EPAP entschärft. Das liefert eine weitaus weichere Atmung, die natürlicher und nicht so sehr als maschinengesteuert erscheint. Für die Exspiration wird wieder die C-Flex basierende Druckabsenkung verwendet.


Diagramm 3: Bi-Flex-Modus von Philips-Respironics , flowbasierte Druckabsen-kung bei der Exspiration wie C-Flex und einstellbarer Druckrückgang zum Ende der Inspiration -                  Quelle: PHILIPS RESPIRONICS

A-Flex und C-Flex+

Für die Anwendung in Auto-CPAP Geräten hat Philips-Respironics einen sogenannten A-Flex-Modus entwickelt. Dieser liefert zusätzlich zur Druckabsenkung nach dem C-Flex-Prinzip eine flowgesteuerte Druckerhöhung während der Inspiration. Jedoch ist diese begrenzt auf zwei Hektopascal. Dieser Modus verbessert den Komfort noch einmal und hat vor allem zur Folge, dass mit weniger Therapiedruck das gleiche Therapieergebnis erreicht werden soll.

C-Flex+ arbeitet ähnlich wie A-Flex, wird jedoch nicht im Auto-CPAP, sondern im normalen CPAP angewendet.

Flex-Line-Modus

Dieser von Hoffrichter entwickelte Flex-Modus unterscheidet sich von anderen Flex-Varianten durch seine vordergründige Zweckbestimmung, die behindernde Wirkung von Strömungswiderständen in den oberen Atemwegen zu kompensieren. Im Folgenden wird diese Funktion an der Nasenatmung erläutert. Ein CPAP-Patient hat das Problem, dass er nur noch über seine Nase atmen darf. Das ist prinzipiell in Ordnung, denn die Nase hat viele Aufgaben zu erledigen, die für unser Wohlbefinden wichtig sind. Ich möchte nur einige davon nennen.

Die Nase filtert die Luft, indem sie Feinstaubteichen daran hindert, in die Lunge zu gelangen.

Die Nase ist ein Wärmetauscher, der die Inspirationsluft vorwärmt und dann mit der innen erkalteten Nase die Exspirationsluft wieder zurückkühlt und so unseren Energiehaushalt unterstützt.

Die Nase ist ein „Strahltriebwerk", das die Ausatemluft im Strahl weit weg ins Freie beschleunigt und die Einatemluft diffus aus allen Richtungen kommend einsaugt. So ist gesichert, dass wir nicht die gleiche Luft wieder einatmen, die wir gerade ausgeatmet haben.

Damit die Nase das alles kann, ist sie entsprechend ausgerüstet mit Schwellkörpern, die den Durchgang regulieren, mit Schleimhäuten und speziell gestalteten Kanalstrukturen. Sie ist also nicht nur ein Riechorgan, sondern hat auch wichtige physikalische Aufgaben zu erledigen. Und gerade für diese gerade beschriebenen Aufgaben benötigt die Nase eine ganze Menge Energie.

Doch woher kommt die Energie? Ganz einfach, wir atmen durch die Nase und die Energie wird aus der Druckabnahme entnommen, die entsteht, wenn Luft hindurchströmt. Jeder Physiker weiß, dass Energie das Produkt aus Druck und Volumen ist. Weil das selbe Volumen, das in die Nase hineinströmt, auch wieder herauskommt, kann die Energie nur aus Druckabbau bereitgestellt werden. Die Nase reduziert also den Druck, oder anders ausgedrückt, der Druck vor dem Gesicht oder in der Therapiemaske ist bei der Einatmung größer als im Rachen. Bei der Ausatmung gilt dann das Gegenteil und der Druck im Rachen ist dann größer als vor dem Gesicht oder in der Maske.

Der Energiebedarf der Nase ist ganz beträchtlich. Wir merken das schon daran, dass wir auf Dauer nicht so schnell gehen oder nur beträchtlich langsamer laufen können und auch lange Treppen nicht ganz so schnell steigen können, wenn wir uns zwingen nur durch die Nase zu atmen. Wenn wir durch den Mund atmen geht alles viel besser und schneller und der Unterschied liegt in der Energie, die unsere Nase für eine gute Arbeit braucht. In Ruhe ist das nicht ganz so dramatisch, weil wir uns seit Lebensbeginn daran gewöhnt haben. Dramatisch kann das für Patienten werden, deren Nase nicht in Ordnung ist, die eine Scheidewandverkrümmung oder sonstige kleinere oder größere Probleme haben und das nicht einmal wissen. Der Nasendurchgangswiderstand wird in keinem Schlaflabor gemessen und kaum ein CPAP-Patient muss vor der CPAP-Verordnung zum HNO-Arzt. Eigentlich ein Zustand, über den die Verantwortlichen nachdenken sollten. Wir fordern deshalb vor jeder Ersttherapie die Untersuchung der Patienten von einem HNO-Arzt.

Weil das so ist, hat die Firma Hoffrichter das FlexLine-Prinzip entwickelt, das dieses Problem entschärft. Wenn die Nase bei der Inspiration Druck verbraucht, dann nimmt sie sich diesen aus dem Therapiedruck mit der Folge, dass dieser Therapiedruck im Rachen, also dort, wo er Obstruktionen oder Flowreduktionen verhindern soll, vermindert ist. Um das zu verhindern, wird der Therapiedruck in der Maske in Abhängigkeit vom Druckverlauf an einem Strömungswiderstand erhöht. Diagramm 4 zeigt das Verhalten. Mit steigendem Inspirationsflow wird der Druck erhöht. Jedoch nicht flowproportional, sondern mit dem Quadrat des Flow, weil das der Kennlinie eines Strömungswiderstandes entspricht. Das ist im Bild an der glockenförmigen Kurvenverzerrung des Flow erkennbar.

Bei der Ausatmung verbraucht die Nase ebenfalls Druck, allerdings in anderer Richtung. Im Rachen entsteht deshalb ein Druck, der sich aus dem bereits überhöhten Maskendruck und dem zusätzlichen Druck für die Nasengänge zusammensetzt. Dieser wesentlich überhöhte Druck baut sich bis zum Ende der Exspiration auf den Maskendruck ab. Da auch hier der quadratische Zusammenhang gilt, nähert sich der Druck aufgrund der Glockenverzerrung schneller dem Basisdruck als der Flow.   



Diagramm 4: FlexLine, nicht flow-basierte Druck-einflussung, sondern verlustdruck-basierte Steuerung des Therapiedrucks - Quelle: HOFFRICHTER GmbH

Wenn also an der Nase Druck verloren geht, der im Rachen wirken soll, dann muss ein CPAP diesen Druck zusätzlich bereitstellen. Dieser liegt dann ständig als Therapiedruck an. FlexLine produziert diesen Zusatzdruck nur dann, wenn er durch Verluste an der Nase auch gebraucht wird. Dadurch kann ein CPAP mit FlexLine den gleichen Therapieerfolg mit etwas vermindertem Basisdruck erbringen.